Aktuarwissen für Afrika - agens Consulting unterstützt Förderverein

Mikroversicherungen sind ein Mittel im Kampf gegen die Armut. Für die Lösung der zum Teil hoch komplexen Fragestellungen werden in den Versicherungsunternehmen gut ausgebildete Fachkräfte vor Ort benötigt. Diese fehlen in Afrika. Der Bedarf an qualifizierten Aktuaren ist in Benin und in der ganzen Region besonders hoch und wächst stetig.

ots - Ellerau, 11. September 2008

Es begann mit einer Anfrage des Anfang 2007 gegründeten Fördervereins „Aktuarwissen für Afrika e.V.“, der sich für eine qualifizierte Ausbildung von Aktuaren in Westafrika einsetzt.

„Gemeinsam mit dem Seminar für Finanzökonometrie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) entstand – in Anlehnung an Ausbildungsprogramme in Deutschland und Großbritannien –  die Idee einer Aktuarausbildung für West-Afrika direkt vor Ort, in meinem Heimatland Benin“, erläutert der Vorstandsvorsitzende des Fördervereins, Guillaume P. N. Moussa, der selbst in Deutschland studierte und die Ausbildung zum „Aktuar DAV“ absolvierte, die von ihm gegründete Initiative.

Nach intensiven Vorarbeiten, wie etwa die Entwicklung eines Studienplans für die Bachelor- und Masterstudiengänge, erfolgte die praktische Umsetzung in Benin gemeinsam mit dem Wirtschaftsinstitut ISM Adonaï und der staatlichen Universität in Benin (UAC) in der beninischen Hauptstadt Cotonou. Die Vorlesungen werden von ehrenamtlichen Professoren und Lehrbeauftragten aus Deutschland, Italien, Belgien, Frankreich, Schweiz und Benin gehalten.

Inzwischen hat bereits der zweite Jahrgang das Studium aufgenommen. Die Akkreditierung der Ausbildung durch die Internationale Aktuarvereinigung (IAA) ist beantragt; Kooperationen mit Förderpartnern wie etwa dem DAAD (Deutscher Akademischer Austausch Dienst e. V.) oder der agens Consulting Ellerau wurden geschlossen, weitere sind geplant.

„Der Bedarf an qualifizierten Aktuaren ist in Benin und in der ganzen Region besonders hoch und wächst stetig. Eine Reihe von Versicherungsunternehmen ist dort bereits präsent, allerdings gibt es in Benin nur einen einzigen aktiven Aktuar“, erläutert Dr. Jens Kahlenberg, Mitarbeiter des Geschäftsbereichs „Aktuarielle Beratung und Ertragsmanagement“ für die agens Consulting, der das Projekt „Aktuarwissen für Afrika“ durch persönlichen Einsatz unterstützt.

Ende Februar 2008 hielt Dr. Kahlenberg auf ehrenamtlicher Basis eine Gastvorlesung über Lebensversicherungsmathematik. Als Starthilfe für das Projekt gab agens Consulting eine Spende an den Förderverein. Damit waren die Kosten für Reise und Unterkunft zum größten Teil gedeckt. Aufmerksame Zuhörer lernten während der einwöchigen Blockveranstaltung wichtige Zusammenhänge aus dem Bereich der Finanz- und Versicherungsmathematik kennen. Anhand zahlreicher von Dr. Kahlenberg in seiner Freizeit entwickelter Übungsbeispiele vertieften die Studierenden ihr Wissen über Sterbetafeln, Kalkulation von Prämien und  Reserven sowie Überschussbeteiligung.

„Kandidaten mit Potenzial für die Aktuarausbildung sollten vor Ort geschult werden“, erläutert Falk Bathe, Leiter des Geschäftsbereichs „Aktuarielle Beratung und Ertragsmanagement“. „Ohne Hilfe von außen, ohne finanzielle oder ideelle Unterstützung ist diese Aufgabe kaum zu lösen. Jungen Menschen in Entwicklungsländern eine zukunftsweisende Ausbildung zu ermöglichen ist Ansporn und Herausforderung zugleich.“

Hintergrundinfo

Auf Basis ihres speziellen Know-Hows in den Bereichen Wahrscheinlichkeitstheorie und Finanzmathematik lösen Aktuare Problemstellungen von Versicherungen und Bauparkassen. Genutzt wird ihre Expertise auch bei Fragen der Kapitalanlage oder Altersvorsorge.

Ein besonderer Fokus in Afrika liegt auf der Mikro-Versicherung. Eine erfolgreiche Versicherung benötigt für die Lösung der zum Teil hoch komplexen Fragestellungen gut ausgebildete Fachkräfte. Diese fehlen in Afrika.

Benin ist ein afrikanischer Staat mit rund acht Millionen Einwohnern. Direkte Nachbarstaaten sind Togo, Niger, Burkina Faso und Nigeria. 

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